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Teilchenverbundwerkstoff mit großer Formenvielfalt
Kunststoffgebundene Hartferrit-Magnete: maximale Formenvielfalt durch Spritzguss
Kunststoffgebundene Hartferrit-Magnete sind Verbundwerkstoffe, bei denen Dauermagnetpulver aus Hartferrit in thermoplastische Kunststoffe eingebettet wird. Mit diesem Material lassen sich im Spritzgießverfahren vielfältige, auch komplexe oder filigrane Formen mit unterschiedlichen magnetischen und mechanischen Werten kostengünstig herstellen. Auch die Integration mit Achsen, Wellen und Lagerbuchsen ist möglich. Ein weiterer Vorzug von kunststoffgebundenen Magneten ist die gute Beständigkeit gegen Korrosion und Zerbrechen. Die magnetischen Werte von gesinterten Magneten ohne Kunststoffbeimengungen können von kunststoffgebundenen Magneten natürlich nicht vollständig erreicht werden.
Kunststoffgebundene Hartferrit-Magnete
Eigenschaften & Anwendung
Einer der wesentlichen Vorzüge kunststoffgebundener Magnete ist die Formgebungsvielfalt, die das Spritzgießverfahren ermöglicht: Die thermoplastischen Sorten lassen sich in einem Arbeitsgang unmittelbar mit anderen Konstruktionsteilen wie Wellen, Naben, Lagerbuchsen oder Gehäuseteilen verbinden, und dank der engen Toleranzen der Spritzgießtechnik können Bohrungen oder Achsen direkt eingepresst werden. Realisierbar sind unter anderem dünnwandige Ringmagnete, flache Scheiben- und Ringmagnete, topfförmige Magnete, Profilierungen, Verstärkungsrippen und Querbohrungen. Im Vergleich zu gesinterten Hartferrit-Magneten zeigen kunststoffgebundene Hartferrit-Magnete ein günstigeres mechanisches Verhalten: Die Kunststoffbindung verleiht ihnen eine gewisse Elastizität bzw. Zähigkeit, wodurch die für Hartferrit typische Sprödigkeit entfällt – ein deutlicher Vorteil für die Weiterverarbeitung, etwa beim Einpressen von Achsen in Rotoren aus kunststoffgebundenem Magnetwerkstoff. Unser Lieferprogramm umfasst eine breite Palette an kunststoffgebundenen Hartferrit-Werkstoffen mit unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften für individuelle Anwendungsanforderungen.
Technische Details
Technische Details
Chemikalienbeständigkeit
Für alle kunststoffgebundenen Dauermagnete gilt: Die Beständigkeit gegen Laugen und Säuren muss im spezifischen Anwendungsfall geprüft werden. Bei Hartferrit-Magneten ist die Beständigkeit durch den verwendeten Kunststoff gegeben, da das Hartferrit-Pulver selbst chemisch sehr stabil ist.
Temperaturverhalten
Die Temperaturabhängigkeit entspricht grundsätzlich der des kompakten Hartferrits: TK(Br) = –0,2 %/K, TK(HcJ) = 0,2 bis 0,5 %/K. Magnete mit sehr niedrig liegendem Arbeitspunkt können bei niedrigen Temperaturen einen bleibenden (irreversiblen) Magnetisierungsverlust erleiden. Die maximal zulässige Einsatztemperatur hängt primär vom Kunststoffbinder sowie den Dimensionsverhältnissen ab und liegt bei ca. 130 °C; mit Polyphenylensulfid (PPS) als Trägermaterial sind Dauergebrauchstemperaturen bis 200 °C möglich.
Technische Kennwerte
Technische Kennwerte im Überblick
Die folgenden Werte sind Bandbreiten über unser Sortiment an kunststoffgebundenen Hartferrit-Werkstoffqualitäten. Konkrete Einzelwerte je Qualität sowie weitere Qualitäten auf Anfrage.
| Kennwert | Bandbreite |
|---|---|
| Remanenzflussdichte Br | 110–290 mT |
| Koerzitivfeldstärke HcJ | 185–270 kA/m |
| Max. Energiedichte (BH)max | 2,0–16,5 kJ/m³ |
| Temperaturkoeffizient TK(Br) | ca. –0,2 %/K |
| Einsatztemperatur | ca. 130 °C, mit PPS-Bindern bis 200 °C* |
| Dichte ρ | 2,8–3,8 g/cm³ |
* Anders als bei den gesinterten Werkstoffen handelt es sich hier nicht um eine Curie-Temperatur, sondern um die vom Kunststoffbinder abhängige maximal zulässige Dauereinsatztemperatur.
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